Nachum Gutman (1898-1980)

Nachum Gutman (1898-1980)

"Diese Person (ich selbst) beschäftigt sich - wie es so kommt - immer mit zwei Arbeitsbereichen, tut aber in Wirklichkeit nur, was ihr Herz begehrt."
(Nachum Gutman)

Nachum Gutman, der Sohn des Schriftstellers Simcha Ben Zion wurde 1898 in Telenesty, Bessarabien, geboren. Im Alter von sieben Jahren wanderte er mit seinen Eltern in Eretz Israel ein.
1913 inskribierte er an der Bezalel Kunstakademie in Jerusalem, wo er unter Boris Schatz und Abel Pann studierte. Gutman rebellierte gegen die europäische Malweise, die sich wegen der aus Europa stammenden Lehrer etabliert hatte. Alles basierte auf der europäischen Landschaft, sogar auf dem europäischen Licht. Gutman glaubte an die Landschaft Israels, oft grau vom Staub an Sommertagen, voll gleissenden Lichts. Nachdem er im Ersten Weltkrieg in der Jüdischen Legion gedient hatte, setzte er seine Studien in Wien und Berlin fort. Hier traf er Bialik, dessen Werke er illustrierte.

Gutman kehrte nach Israel zurück und nahm 1927 an der Ausstellung der "Modernen Künstler" in Tel Aviv teil. Gutman arbeitete mit Öl- und Wasserfarben, zeichnete und illustrierte Bücher.
1935 schuf er Bühnenbilder für das Ohel Theater und 1961 Mosaiken für das Gebäude des Oberrabbinates von Tel Aviv.
Seine Themen waren Landschaften, lokale Szenerien und Portraits. In seinen frühen Jahren wurde er von den Landschaftsmalern der Pariser Schule beeinflusst. Seine Kunst entwickelte ein dekoratives Gefuehl und verband Licht und schnelle Striche mit blassen, leuchtenden Farben. Gutman sah auch die dunkle Seite des Lebens und das Böse. Diese Bilder beschäftigen sich mit Pogromen und dem Holocaust.
Sein Sohn Hemi Gutman, ein Professor für Biophysik an der Universität Tel Aviv beschrieb seinen Vater so:
"Er hatte nicht nur einen Malstil. Er wechselte vom figurativen Stil zu einem mit abstrakteren Elementen, aber nicht, weil er jemanden kopieren wollte.

Gutmans literarisches Talent drückte sich vor allem in seinen Kindergeschichten aus, mit denen Generationen israelischer Kinder aufwuchsen.
Gutman erhielt zahlreiche Preise und wurde 1978 für seine Beiträge zur Kinderliteratur mit dem Israel Preis ausgezeichnet.

Hemi Gutman erzählt weiter: "Der schwierigste Moment in der Kunst meines Vaters kam, wenn er sich von ihr trennen musste. Das Haus war voller alter und neuer Bilder. Mein Vater liebte ihre Nähe, sie schienen ihn an die guten Momente im Leben zu erinnern."
Das Nachum Gutman Museum befindet sich in Tel Aviv, Neve Zedek, Rokach Str. 21.

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