Israel-Diaspora
Das Jahrhundert des Zionismus - praesentiert von: Pedagogic Center der Jewish Agency

Die Beziehungen zwischen Israel und der Diaspora


Rueckblick

Die Notwendigkeit des Dialoges zwischen unterschiedlichen Realitaeten

Die verschiedenen Faeden koennen vielleicht auf folgende Weise zusammengefasst werden:

Der gegenwaertige Zustand der Beziehungen zwischen Israel und der Diaspora ist aeusserst kompliziert. Ein Hauptgrund dafuer ist, dass es sich nun um die Beziehung zweier wirklicher Wesenseinheiten handelt. Israel und die Diaspora haben viel erreicht, es gibt aber auch erhebliche Probleme. Die Beziehung zwischen zwei Sozietaeten mit sehr realen Schwierigkeiten unterscheidet sich im Wesentlichen und in ihrer Qualitaet von jenem Prozess, der in der juedischen Geschichte bis zur Moderne existierte, als es sich um eine Beziehung zwischen einer realen Diaspora und einem mystischen Israel gehandelt hatte, das entweder als ferne Vergangenheit oder messianische Zukunft verstanden worden war.

Mythos und Ritual sind maechtig, und in der Tat haben sie in der Vergangenheit bewiesen, dass sie wirksame Werkzeuge fuer den Aufbau einer solchen Beziehung sind:

  1. In der urspruenglichen Dramaturgie spielte Israel die zentrale Rolle und wurde - zumindest in der Theorie - das Zentrum dessen, was die juedische Welt als Zentrum akzeptierte - der Hoehepunkt und Fokus des juedischen Lebens.
  2. Erst in der Moderne, seit dem Zeitalter der Emanzipation und Freiheit fuer die westliche Judenheit, wurde dieses Modell ernsthaft angefochten.
  3. Die Situation aenderte sich abermals mit dem Aufstieg des Zionismus. Man koennte sagen, dass der Zionismus den Mythos Israels weiter verwendete, indem er das Land moeglichst ideologisiert und idealisiert praesentierte.

An einem bestimmten Punkt brach ueber diesen Mythos unaufhaltsam die Wirklichkeit herein und loeste eine Suche nach komplexeren Modellen fuer die Beziehungen zwischen Israel und der Diaspora aus.

Diese neuen Modelle scheinen langsam aufzutauchen. Und mit ihnen die Hoffnung, es moege sich - vielleicht zum ersten Mal in der juedischen Geschichte - ein wahrer Dialog zwischen israelischen Denkern und Repraesentanten der Diaspora entwickeln. Ein Dialog, getragen von Respekt und dem Bewusstsein der Unterschiede, ist mit Sicherheit aeusserst notwendig.

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Created: 16/11/00 Updated: 11/12/00

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