Israel-Diaspora
Das Jahrhundert des Zionismus - praesentiert von: Pedagogic Center der Jewish Agency

Die Beziehungen zwischen Israel und der Diaspora


Indien

Bar Mitzwah in Indien

Die Geschichte der Juden Indiens erzaehlt von drei verschiedenen juedischen Gruppen, die bis vor kurzer Zeit nur wenig Kontakt miteinander hatten. Die zahlenmaessig dominante Gruppe ist jene der „Benei Israel", die fuer sich Vorfahren in Anspruch nimmt, die tausende von Jahren in Indien gelebt haben sollen, obwohl es ueber sie erst seit wenigen hundert Jahren Kenntnis gibt. Die naechste Gruppe ist jene der Juden von Cochin mit einer belegten Geschichte von ungefaehr 1000 Jahren. Die dritte und juengste Gruppe sind die „Baghdadi" Juden, die aus dem Irak, dem Iran und Syrien stammen und sich wegen der Verfolgungen in diesen Laendern vor 200 Jahren in Indien ansiedelten.

Die Juden waren immer eine unbedeutende Minderheit von einigen zehntausend in den Weiten des indischen Subkontinents. Da es keine antijuedischen Gefuehle gab, bluehte die juedische Gemeinde, die vor allem aus Kaufleuten und Haendlern bestand.

Als Israel und Indien ungefaehr zur selben Zeit unabhaengig wurden, tauchten eine Reihe von Faktoren auf, die die Situation veraenderten. Erstens setzte sofort eine Reaktion gegen Gruppen ein, die sich, wie die Juden, nicht an Indiens Unabhaengigkeitskampf beteiligt hatten. Dies verursachte innerhalb der verschiedenen juedischen Gruppen Unbehaglichkeit. Ausserdem wandte die neue indische Regierung eine Wirtschaftspolitik an, die jene Branchen, an denen Juden traditionell beteiligt waren, zerstoerte. Auf diese Weise setzte ein Niedergang der einst prosperierenden Gemeinden ein. Gleichzeitig begeisterten sich viele Juden fuer die Gruendung des Staates Israel. Diese Faktoren fuehrten in den Jahren nach der Staatsgruendung zu einer spontanen und umfangreichein Alijahbewegung. Tausende indische Juden, darunter viele aus den Baghdadi und Cochin Gemeinden, wanderten ein; Die juedische Bevoelkerung Indiens, die 1948 ueber 25.000 ausgemacht hatte, ging zurueck. Es soll nicht verschwiegen werden, dass Juden, die sich entschieden, Indien zu verlassen, England bzw. englischsprachige Laender als ihr Ziel waehlten. Dieses Alijah- und Emigrationsmuster wurde ueber Jahre beibehalten. Es wird geschaetzt, dass sich zur Zeit noch fuenf bis sechs tausend Juden in Indien befinden (bei einer Gesamtbevoelkerungszahl von ca. 950.000.000). Die meisten sind „Bnei Israel" Juden und leben im Gebiet von Bombay, Puna, etc.

Im Vergleich zur jemenitischen Gemeinde blieben diese indischen Juden auf eigenen Wunsch. Es ist schwer zu glauben, dass sie langfristig Erfolg haben werden, zu viele Kraefte ziehen die ueberlebenden Mitglieder der Gemeinde nach Israel. Eine Kraft ist die Verbindung zur Familie, viele indische Juden haben Brueder, Schwestern oder Cousins in Israel,- und ausserdem blicken viele junge Gemeindemitglieder in der Hoffnung nach Israel, dort einen geeigneten Ehepartner zu finden. Trotzdem besteht der Wunsch, die Gemeinde zu erhalten. Erziehungsprogramme der Aktion „Young Leadership" wurden eingefuehrt. Obwohl es in diesen Programmen eine starke israelische Komponente gibt, werden sie von Organisationen der Diaspora, vor allem vom Israelbuero des JOINT, angeboten.
Es muss nicht betont werden, dass zionistische Organisationen solchen Plaenen zur „Rettung" der Gemeinde bestenfalls ambivalent gegenueberstehen koennen. Wenn es nach den zionistischen Vorstellungen geht, sollte die gesamte Gemeinde in Israel einwandern - je frueher desto besser.

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Created: 16/11/00 Updated: 11/12/00

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