Israel-Diaspora
Das Jahrhundert des Zionismus - praesentiert von: Pedagogic Center der Jewish Agency

Die Beziehungen zwischen Israel und der Diaspora


Jemen

Juedische Familie aus dem Jemen. Frauen und Maedchen tragen den Gargush, ihre traditionelle Kopfbedeckung.

Die jemenitische Diaspora ist eine der aeltesten in der juedischen Welt. Aufzeichnungen datieren in fruehe Jahrhunderte, es ist aber wahrscheinlich, dass die Gemeinde durch die Ankunft von Kaufleuten und Haendlern vor der Zerstoerung des Zweiten Tempels gegruendet wurde.

Die Gemeinde entwickelte sich dort mit ihren besonderen Traditionen und ihrem eigenen Lebensstil. Da sie sich in einem der abgelegensten Gebiete der juedischen Welt befand und kaum Kontakte zu anderen Diasporagemeinden hatte, ging sie ihren eigenen Weg.

Bis ins spaete 19. Jahrhundert blieben die jemenitischen Juden ein Modell fuer eine traditionelle Diasporagemeinde, mit einer auf Eretz Israel basierenden traditionellen messianischen Konzeption. Die wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen, unter denen sie lebte, waren ihre ganze Geschichte hindurch sehr schwierig. Ueber tausend Jahre waren sie die einzigen Nichtmoslems in einem islamischen Land, und fuehrten daher ein leidvolles Leben. Dies mag auch die Haeufigkeit messianischer Bewegungen erklaeren, die in den langen Jahren des Exils innerhalb dieser Gemeinde entstanden.

In den fruehen Jahren der ersten Einwanderungswelle in Zion (der Ersten Alijah, die 1881 begann), geriet die jemenitische Gemeinde durch die Neuigkeit , dass Juden in grosser Zahl in das Heilige Land zurueckkehrten, in Aufregung. Sie tendierten dazu, diese Information aus messianischer Sicht zu interpretieren. Einige tausend dieser nur wenige zehntausend Mitglieder zaehlenden Gemeinde, entschlossen sich, den Weg nach Eretz Israel zu wagen, wo sie sich nach ihrer Ankunft unter enormen Anstrengungen in und um Jerusalem niederliessen.

Dieses Muster wiederholte sich mit nur leichten Abwandlungen im zweiten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts, als ein Repraesentant der Chaluzim (Pioniere, die in Israel Siedlungen gruendeten) in den Jemen kam und versuchte, die Jemeniten von der Alijah zu ueberzeugen. Er verwendete die traditionelle Sprache, kleidete sich in die traditionellen Gewaender und erzaehlte Geschichten von der Wiederbelebung der juedischen Gemeinde in Zion. In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg gingen abermals tausende Jemeniten nach Eretz Israel. Um 1948 waren bereits 20.000 jemenitische Juden eingewandert, bei weitem der hoechste Prozentanteil im Verhaeltnis zur Mitgliederzahl einer Diasporagemeinde vor der Staatsgruendung.

Seder in einer jemenitischen Familie

Um die Zeit der Unabhaengigkeit Israels verschlechterte sich die Situation im Jemen, Aufstaende und Massaker bedrohten die kleine Gemeinde. Als ein neuer Machthaber die Auswanderung der Juden nach Israels Unabhaengigkeit autorisierte, ergriff die gesamte Gemeinde die Gelegenheit und wurde mit Hilfe einer Luftbruecke ueber Aden nach Israel gebracht. Im Laufe eines Jahres, ab Juni 1949, wanderten 43.000 der ungefaehr 45.000 jemenitischen Juden in Israel ein; 1500 folgten in den naechsten Jahren. Einige hundert verblieben im Jemen, von denen vielen 1967, zur Zeit des Sechs Tage Krieges, die Auswanderung gelang.

Obwohl ein offizielles Auswanderungsverbot besteht, sind in den letzten Jahren doch einige hundert Juden aus dem Jemen in Israel eingewandert. Eine winzige Gemeinde existiert noch im Jemen und lebt ihr traditionelles Leben im abgeschiedenen Norden dieses Landes.

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Created: 16/11/00 Updated: 11/12/00

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